Das nächste Mal, wenn du glaubst, dass Gott dich nicht gebrauchen kann, denke mal an folgende Personen:
Noah hat sich betrunken, Abraham war zu alt, Isaak war ein Tagträumer, Jakob war ein Lügner, Lea war hässlich, Josef wurde misshandelt, Moses war ein Mörder (so wie David und Paulus), Debora war ein weiblicher Richter, Gideon hatte Angst.
Simson hatte lange Haare, Rahab war eine Prostituierte, Jeremia und Timotheus waren zu jung, Sarah war zu alt, David gab vor geistesgestört zu sein, hatte eine Affäre und rannte vor seinem eigenen Sohn weg, Elia war ein Selbstmordkandidat, Jeremia war depressiv, Jesaja predigte nackt, Jona rannte weg vor Gott.
Naomi war eine Witwe, Hiob verlor alles, Johannes der Täufer aß Heuschrecken, Petrus war jähzornig, Johannes war selbstgerecht, die Jünger schliefen ein beim Beten, Martha hatte sich um alles zersorgt, Maria war zu faul.
Maria Magdalena war von Dämonen besessen, der Junge mit den Fischen und fünf Broten war zu unbekannt, die Samariterin schlief mit mehreren Männern, Zachäus war zu klein, Petrus war zu impulsiv, Markus hat aufgegeben, Timotheus hatte ein Magengeschwür.
Und... Lazarus war tot.
(Peter Reid)
Donnerstag, 14. Juni 2007
Das nächste Mal, wenn du glaubst, dass Gott dich nicht gebrauchen kann...
Sonntag, 27. Mai 2007
Jonathan Linus ist da...
Seit heute morgen 8.24 gibt es einen neuen Erdenbürger.
Meine Schwägerin Barbara hat ihr zweites Kind auf die Welt gebracht.
Als ich gestern spontan bei Barbara und Matthias auftauchte, hatten sie mir schon angekündigt, dass es diese Nacht kommen könnte.
Um 4.00 Uhr kam dann die Hebamme um alles für die Hausgeburt vorzubereiten.
Damit jemand für Tabea da war und für den Fall, dass sie aufwacht und Mama und Papa mit der Geburt beschäftigt sind, schlief ich in Tabea's Zimmer.
Um kurz vor 8 war es dann so weit, dass die Schreie von Barbara immer intensiver wurden.
Tabea und ich haben bis 8.00 Uhr geschlafen. Und sie hat sich nichts davon anmerken lassen, dass sie etwas von den Geburtswehen mitbekommen hat.
Für mich war es die erste Geburt, die ich per Audio mitbekommen habe. Was mich sehr beeindruckt hat war, dass die Schreie der Mutter sehr laut und hoch waren. Und sobald die Schreie der Mutter aufhörten, das Schreien des Kindes anfing. Das ähnlich laut und hoch war.
Ist es vielleicht so, dass durch den Schrei der Mutter (durch die Schmerzen) sich das Kind zum ersten Mal zu Wort meldet?
Wie auch immer.
Barbara und Matthias geht es richtig gut (mal abgesehen, dass sie nicht viel Schlaf abbekommen haben!). Jonathan schläft, isst und findet immer wieder neue Möglichkeiten sich zu strecken und komische Krimassen zu machen.
Ich könnte ihn stundenlang beobachten. Immer wieder macht er etwas neues - es ist einfach faszinierend. An diesem kleinen Kerl ist alles dran, was er als Mensch braucht. Nur alles viel kleiner. Unglaublich! Gott ist so gut!
Samstag, 26. Mai 2007
Ich bin wieder hier...
Im Moment sitze ich gerade in Darmstadt. Um 18.50 bin ich wieder in Deutschland gelandet.
Tut mir leid, dass ich Euch nicht auf dem Laufenden gehalten habe. Es gab so viele Erlebnisse und Eindrücke.
Ich hoffe, dass ich in den nächsten Tagen Euch persönlich dann mehr erzählen kann oder es vielleicht doch noch schaffe, meine Notizen zu ergänzen.
Freu mich auf Mails, Anrufe und Besuche von Euch und auf Begegnungen mit Euch!
Mittwoch, 25. April 2007
... zu alten Menschen
Tanja
Ist eine liebenswerte deutsche Frau hier aus Schlangendorf. Sie spricht recht gut deutsch. Sie hat sich zur Aufgabe gemacht, die alten Menschen in Schlangendorf zu besuchen: ihnen aus der Bibel vorzulesen, mit ihnen zu beten, einkaufen zu gehen und ihnen auch sonst zu helfen. Als der Sozialdienst von ihrem Engagement gehört hat, hat man ihr angeboten sie offiziell als Altenhelferin anzustellen.
Oma Antonina
Heute hab ich Tanja begleitet zu Oma Antonina. Antonina ist 88 Jahre und sehr schwach. An dem Tag an dem ich sie besucht habe, war sie schon seit drei Wochen sehr krank. Sie liegt die ganze Zeit im Bett und hat wahrscheinlich einen Tumor in den Bronchen, was man ihr aber verschweigt.
Sie hat viele krasse Sachen erlebt. Davon möchte ich euch nun in Ausschnitten erzählen.
Sie ist selber die 3. von 8 Kindern. Von diesen acht Kindern lebt nur noch ihre jüngere Schwester. Sie hatte 4 Kinder. Einer ihrer Kinder (Anitole) ist mit 4 Jahren gestorben. Ihre anderen Kinder leben heute noch, allerdings sind sie selber schon recht alt und gebrechlich. Sie hat sechs Enkel und sieben Urenkel.
Als sie 18 Jahre alt war, hat sie bei einem Bauern gearbeitet, der sich viel um sie gekümmert hat. Er hat ihr zu essen, Kleidung und Arbeit gegeben. Für mich war es erschreckend, dass so etwas, etwas Besonderes war.
Dann hat sie davon erzählt, dass sie im Winter oft viel gefroren hat, weil sie nur Sommerkleidung hatte. Daher jetzt auch die schwere Bronchen-Erkrankung.
Von ihrem Mann hat sie ganz besonders geschwärmt. Er hat alles aufgebaut: das Haus, die Möbel, das Feld angebaut. Zur Zeit Stalins wurde er dann eingezogen und musste in den Krieg gegen die Deutschen ziehen. An einem Tag stieß er auf einen deutschen Soldaten. Er hat ihn gebeten: „Schieß mich nicht tot!“ Der Mann von Antonina sagte: „Warum soll ich dich totschießen. Wir sind keine Feinde. Du und ich, wir sind von Hitler und Stalin eingezogen worden, obwohl wir bei unseren Familien bleiben wollten. Ich habe Familie. Du hast Familie. Lauf schnell weg. Ich tue dir nichts.“
Antonina hat dann kommentiert: „wenn Stalin so wie mein Mann gewesen wäre, hätte es keinen Krieg gegeben. Wenn Hitler so wie mein Mann gewesen wäre, hätte es keinen Krieg gewesen.“
Das hat mich sehr beeindruckt.
Vielleicht hat ja der deutsche Soldat schon seinen Kindern von einem russischen Soldaten erzählt, der ihn hat laufen lassen…
Ihr Mann hat dann auch noch die Felder bebaut, als er alt und krank war. Eines morgens hat dann Nina ihn nur noch tot im Bett aufgefunden…
Oma Nina, eine alte, kranke, vom Alter gekennzeichnete Frau. Sie wünscht sich nichts sehnlicher als endlich zu sterben und versteht nicht, warum Gott ihr diesen Wunsch nicht gewährt.
Dienstag, 24. April 2007
Lied auf Russisch
Am Samstag ist hier ein großes Fest. 220 Jahre Deutsche in Schlangendorf. Zu diesem Anlass werden auch die Kinder ein deutsches Lied singen. Damit die Kinder es lesen können, musste ich es vorher mit russischen Buchstaben schreiben. Habt ihr eine Idee welches es ist? Im Folgenden ist der Refrain des Liedes (hier die russichen Buchstaben und ihr deutscher Laut: б = [b]; д = [d]; ай = [ei]; ф = [f]; г = [g]; х = [h/ch]; и = [i]; л = [l]; н = [n]; ш = [sch]; р = [r]; з = [s]; с = [s]; у = [u]; в = [w]; ц = [z])
Майне цайт штет ин дайнен хенден.
Нун кан их руиг зайн, руиг зайн ин дир.
ду гибст геборгенхайт, ду канст алес венден.
Гиб мир айн фестес херц, мах ес фест ин дир.
Kinderstunde
Heute hab ich die Kinder der Kinderstunde kennengelernt. 15 Kinder und Jugendliche von 7 bis 16. Eine ganz schöne Herausforderung.
Das Thema war Joh. 20, 19-29. Na? Richtig. Der zweifelnde Thomas.
Mir ist wichtig geworden, dass ich mich wahrscheinlich genauso verhalten hätte, wie Thomas. Stellt Euch vor. Ihr seid mit eurem besten Freund und noch 11 anderen Leuten drei Jahre unentwegt zusammen und dann wird dieser gefangen genommen, hingerichtet. Einige Zeit später hört ihr, der soll wieder leben. „Hallo, das ist doch nicht normal“ – „Die waren doch alle ein bisschen zu lange in der Sonne.“ Das wären meine Gedanken. Und ähnliche Gedanken hatte bestimmt auch Thomas.
Dann begegnet ihm Jesus und ermutigt ihm, ihm auch zu vertrauen, auch wenn er es nicht sieht. Aber ich finde, oft ist es genau das, woran ich so oft scheitere. Wie oft denke ich, es fällt mir leichter Jesus zu vertrauen, wenn ich ihm heute noch begegnen könnte. Hmm. Geht es Euch auch so? Welche Erfahrungen macht ihr damit?
Als Einstieg haben wir einen Blindenlauf gemacht und nachher im Kreis darüber gesprochen, wie weit man vertrauen konnte oder Angst hatte sich anzuvertrauen.
Insgesamt waren die Kinder sehr schüchtern, was es schwer machte, mit ihnen ins Gespräch zu kommen.
Sonntag, 22. April 2007
Meine erste Predigt...
Heute durfte ich meine erste Predigt halten. Predigttext war Joh. 21. Die Begegnung von Petrus und Jesus mit den drei großen Fragen: „Simon, hast du mich lieb.“ Es hat Spaß gemacht an der Predigt zu arbeiten und mich mit dem Bibeltext zu beschäftigen. Wer Interesse an der Predigt hat, dem schicke ich sie gerne zu. Mein Pastor hat mich übersetzt. So konnte ich in Ruhe meine Gedanken formulieren.
Das ist mir aufgefallen:
• Jesus spricht Petrus mit seinem Familiennamen an. Er meint nicht seine Stellung unter den Jüngern, sondern ihn ganz persönlich.
• Jesus weißt Petrus nicht wegen seiner Verleugnung zu Recht. Nein, er gibt Petrus eine neue Chance: er gibt ihm einen neuen Auftrag
• Eigentlich hätte Petrus kein Recht gehabt, auf Jesu Frage zu antworten: „Herr, du weißt, dass ich dich liebe.“ Aber Petrus tut es, weil das sein innigstes Denken ist.
Das ist mir wichtig geworden:
• Jesus wünscht sich mit uns im Gespräch zu bleiben. Er ist derjenige der auf Petrus zu geht.
• Jesus weiß, wie du zu ihm stehst, und er möchte gerne wissen, dass du dazu Stellung nimmst.
• Folge mir nach! Jesus lieben und ihn nachfolgen gehört zusammen.